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20. Januar 2007

Rezension: Heidrun Abromeit, Michael Stoiber: Demokratien im Vergleich. Einführung in die vergleichende Analyse politischer Systeme. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006. 286 S., Fr. 34.90, Euro 20.-.

Abgelegt unter: Allgemein — mail @ 10:31

Das Themengebiet der vergleichenden Regierungslehre oder des Systemvergleichs (die Terminologie schwankt) ist eine Teildisziplin der Politikwissenschaft. Vergleiche sind für neue Erkenntnisse unentbehrlich. Der Vergleich institutioneller («polity»), prozessualer («politics») und inhaltlicher («policy») Aspekte der Politik bezieht sich dabei auf Teilbereiche (unter anderem Parlamente, Regierungen, Medien, politische Kultur, Interessengruppen) wie auch auf das gesamte politische System. Die vergleichende Regierungslehre arbeitet etwa Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Demokratien und Diktaturen heraus. Vergleichen bedeutet nicht gleichsetzen. Erst ein Vergleich kann Unterschiede deutlich machen. Der Vergleich muss allerdings auf derselben Ebene angesiedelt sein. So hat es keinen Zweck, die Verfassungstheorie eines Staates mit der Verfassungswirklichkeit eines anderen zu konfrontieren. Man würde «Äpfel mit Birnen vergleichen».

Neue Zürcher Zeitung vom 20. Januar 2007.

18. Januar 2007

Rezension: Hans-Jürgen Urban, Michael Buckmiller, Frank Deppe (Hrsg.): Antagonistische Gesellschaft und politische Demokratie. Zur Aktualität von Wolfgang Abendroth. VSA Verlag, Hamburg 2006, 214 Seiten, 16,80 Euro.

Abgelegt unter: Allgemein — mail @ 20:47

Am 2. Mai 2006 wäre Wolfgang Abendroth (1906-1985) hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass organisierte die IG Metall eine Tagung. Der vorliegende Sammelband dokumentiert 19 Referate und Diskussionsbeiträge, die der Frage nach der wissenschaftlich-analytischen wie der politisch-strategischen Fruchtbarkeit von Abendroths Werk nachgingen.

Frankfurter Rundschau vom 16.01.2007.

6. Januar 2007

Rezension: Jürgen W. Falter, Oscar W. Gabriel, Hans Rattinger, Harald Schoen (Hrsg.): Sind wir ein Volk? Ost- und Westdeutsche im Vergleich. Beck-Verlag, München 2006. 243 S., Fr. 23.50, Euro 12.90.

Abgelegt unter: Allgemein — mail @ 06:56

Am 3. Oktober 2006 war Deutschland 16 Jahre vereint. Es ist wahr - und doch kaum zu glauben: Am 9. November 1989 brach die Mauer, ohne dass ein Schuss fiel. Deutschland ist geeint - und doch nicht geeint. Das belegt eindrucksvoll ein Gemeinschaftsprojekt von Bamberger, Mainzer und Stuttgarter Politikwissenschaftern. Die neun Beiträge zeichnen sich nicht nur durch einen Reichtum an Perspektiven aus, sondern auch durch ausgewogene, nicht kurzatmige Urteile. Der Reader ist «rund» und gibt einen ausgezeichneten Überblick zur Lage im Osten und im Westen Deutschlands. Den Befunden liegt stets reichhaltiges Datenmaterial zugrunde. Durch wiederholte Befragung desselben Personenkreises lassen sich Wandel und Kontinuitäten gut erkennen. Der Hinweis auf die Legitimität von Unterschieden ist wichtig, weil «Einheitlichkeit» nicht immer besser sein muss als Verschiedenartigkeit.

Neue Zürcher Zeitung, 06. Januar 2006

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