“Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in ihren Anfangsjahren wurde von Verfechtern eines neuen Denkens geprägt. Einer der Hauptakteure des Neuanfangs der politischen Kultur war der Heidelberger Politikwissenschaftler Dolf Sternberger. Am 28. Juli 1907 wurde er in Wiesbaden geboren.”
Quelle: Deutschlandradio.
“Dolf Sternberger ist vor 18 Jahren gestorben. Aber man kann seine Stimme als Mann von Mitte vierzig wieder hören. In diesen Tagen hat der Hessische Rundfunk eine Radiofassung des „Datterich“ aus dem Jahr 1952 wieder herausgebracht, in der Dolf Sternberger den Dummbach spielt – der Zeitungsmann trat als Zeitungsnarr auf, und die Darmstädter werden sehr genau hingehört haben, ob ein aus Wiesbaden stammender Frankfurter diese Darmstädter Lokalposse richtig betont hat. Damals war er noch nicht einer der ihren; erst Anfang der siebziger Jahre war er, längst zur großen Figur des deutschen Geisteslebens geworden, auf die Darmstädter Rosenhöhe gezogen, wo er bis zu seinem Tod im Sommer 1989 lebte.”
Quelle: Echo online.
“‘Es gibt nur eines: Politik.’ Das war der Leitsatz von Dolf Sternberger, einem der seltenen Staatsfreunde der Bundesrepublik. Vor 100 Jahren wurde der einflussreiche Politologe geboren. Helmut Kohl war sein Schüler. Der Altkanzler wandte sich später von seinem Lehrmeister ab.”
Quelle: Die Welt vom 28.07.2007.
“Wie kommt es, dass wir zwar viel vom Bürgertum, aber so wenig von der Bürgerlichkeit reden und hören?”, klagte Dolf Sternberger 1948 in einem Aufsatz. Der Philosoph und Politikwissenschaftler “wünschte, ein Bürger zu sein”, die bürgerliche Gesellschaft war für ihn “das wahre Ziel aller Politik. Hätte man in den jüngsten Debatten um eine “neue Bürgerlichkeit” bei Sternberger nachgeschlagen, dann wären viele Begriffsverwirrungen, aber auch lästige Lifestyle-Debatten vermeidbar gewesen. (…)”
Quelle: Berliner Zeitung vom 28.07.2007.
“Nichts an der Sprache sei gleichgültig, nichts sei so wesentlich wie die façon de parler – das erklärte Dolf Sternberger 1945 den Lesern der ersten Lieferung des alsbald zur Berühmtheit gelangten «Wörterbuchs des Unmenschen». Die Artikelfolge – zu Stichwörtern wie Anliegen, Betreuung, charakterlich, durchführen, echt, Kulturschaffende, Lager, Menschenbehandlung, Raum, untragbar – publizierte er in seiner eigenen, neugegründeten Zeitschrift «Die Wandlung». Auch Gerhard Storz, Schriftsteller, Pädagoge und nachmaliger baden-württembergischer Kultusminister, sowie der Autor und Journalist Wilhelm E. Süskind steuerten Essays bei. 1957 erschienen die sprachkritischen Stücke erstmals in Buchform. (…)”
Quelle: NZZ vom 28.07.2007.